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Es gibt gute Gründe,

uns dem Unbekannten und Fremden auszusetzen und Abenteurer im Herzen und im Geist zu werden. Das Fremde um uns lockt das Fremde in uns hervor. So begegnen wir nicht nur den Grenzen um uns, sondern auch der Grenze in uns.

Wenn wir lernen, mit ihr zu leben, sie vielleicht sogar zu überschreiten, trägt sie dazu bei, dass wir uns ausweiten. Die Welt in uns wird immer größer, wenn die Welt um uns größer wird. Umgekehrt ist dies auch wahr - wenn wir unser Herz erweitern, werden wir mehr von der Welt um uns entdecken und aufnehmen können.

Ulrich Schaffer
 

Es gibt Wörter in unserer Sprache,

die harmlos klingen, aber für den Betreffenden furchtbare Konsequenzen haben können. Ein solches Wort ist „Abschiebung“. Während wir beim Lesen entsprechender Zeitungsberichte rasch zur Tagesordnung übergehen, bedeutet eine Abschiebung für einen Asylbwerber ein Auf-den-Kopf-Stellen des Lebens. Nach jahrelangem Warten, nach einer Zeit ohne jegliche Beschäftigung und mit einer mehr als unsicheren Perspektive des vielleicht doch noch bleiben Könnens, kann auf einen Asylbewerber eine Blitzaktion der Abschiebung zukommen, wenn im Herkunftsland keine unmittelbare Lebensgefahr mehr droht. Doch was heißt das schon? Wie soll man nach Jahren der Absenz dort wieder Fuß fassen können? Die Landsleute könnten denken: „Ein Versager oder gar Verräter kehrt heim. Was sollen wir mit dem?“

Ich persönlich hätte Todesangst! Und wenn ich dort auf die „Schnauze fallen würde“, wen würde das schon kümmern? In unserem ökumenischen Asylkreis hören wir immer wieder von solchen Fällen und spüren gleichzeitig unsere Hilflosigkeit.

„Wenn sich doch nur mehr Menschen für diese Schwächsten in unserem Land einsetzen würden!“ denke ich mir. Mich tröstet ein bisschen, dass auch Christus unter diesem Ausgesetztsein und unter der Heimatlosigkeit gelitten hat und er uns darin zum Bruder geworden ist.

Pfarrer Hans C. Schmidt, St. Johannis-Gruß, Juli 2008

 

Hey, sag mal !

Conny: Hast du schon gehört, wir machen jetzt Kirchenasyl.

Werner: Was macht ihr? Kirchenasyl? Was ist das denn?

Conny: Ja, eine Familie aus Neuendorf soll in die Türkei abgeschoben werden. Und die wollen wir schützen, indem wir ihr Kirchenasyl anbieten.

Werner: Sind die denn katholisch?

Conny : Nein, wieso?

Werner: Ja, was sind sie denn?

Conny: Weiß nicht, irgendetwas anderes wahrscheinlich.

Werner: Sind es überhaupt Christen?

Conny: Ich glaube nicht.

Werner: Vielleicht sind es ja Muslime. Dann haben die einen anderen Glauben.

Conny: Ja, das ist eben so bei Kurden.

Werner: Dann sollen sich doch ihre eigenen Leute darum kümmern.

Conny: Wieso denn das? 

Werner: Ja, hier geht’s doch um Muslime, oder?

Conny: Kann ja sein. Es sind aber eben einfach Menschen.

Werner: Was? Hey, sag mal. Für einfache Menschen so ein Aufwand?